Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Ressourcengeologie beschäftigt sich mit der Verteilung, den Merkmalen und der Entstehung (Genese) von Bodenschätzen (geogenen Rohstoffen) in und auf der Erdkruste und deren Aufsuchen (Erkundung oder Prospektion), Bewertung und Gewinnung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, die ökonomische, soziale und ökologische Dimensionen gleichermaßen berücksichtigt (Agenda 21). Geogene Rohstoffe werden unterteilt in

  • Mineralische Rohstoffe (Metallerze, Steine und Erden, Industrieminerale) und
  • Energierohstoffe (fossile Brennstoffe, Uran, Erdwärme).

Bei diesen Bodenschätzen handelt sich in der Regel um nicht erneuerbare Rohstoffe, das heißt um solche, die sich in für Menschen überschaubaren Zeiträumen nicht regenerieren (Ausnahme Erdwärme, diese gilt als nachhaltig).

Geogene Rohstoffe verlangen auf Grund ihrer unterschiedlichen Merkmale (Verteilung, Geometrie, Mineralogie, physische, chemische und bergbautechnische Eigenschaften) und Verwendung nach sehr verschiedenartigen Untersuchungsmethoden sowie zweckabhängigen Ansätzen, die eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich machen. Die Ressourcengeologie beinhaltet die Teilbereiche Lagerstättengeologie beziehungsweise Lagerstättenforschung und Wirtschaftsgeologie.

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  • Die Lagerstättenforschung befasst sich unter anderem mit den physischen, mineralogisch-petrographischen und geochemischen Merkmalen, sowie dem geotektonisch/regionalgeologischen Rahmen der Rohstoffvorkommen. Im Vordergrund steht die Frage nach der Genese. Es werden Modelle erstellt und Kriterien identifiziert, die eine Lagerstättenprospektion und die Beurteilung eines regionalen Lagerstättenpotentials erleichtern oder erst ermöglichen.
  • Die Wirtschaftsgeologie behandelt geologische (Prospektion, Exploration), wirtschaftliche (Bewertung, Märkte), technische (Abbau, Aufbereitung), soziale (Umsiedlungen, Akzeptanz, Arbeitsplätze, Qualifizierung), ökologische (Umweltverträglichkeit) und entwicklungspolitische Aspekte (Infrastruktur, regionale ökonomische Auswirkungen) der Rohstoffgewinnung. Daneben befasst sie sich mit der Untersuchung von Rohstoffkreisläufen sowie der Substitution und dem Recycling von Rohstoffen.

Die Erkenntnisse aus allen Teilbereichen der Ressourcengeologie sind von hoher Relevanz für die Rohstoffpolitik und beinflussen die Erschließung und Nutzung heimischer Rohstoffquellen (mit Rücksicht auf das öffentliche Interesse und den Natur-, Kultur- und Landschaftsschutz) und den Rohstoffimport aus dem Ausland. Ihr Ziel ist die Verfügbarkeit bezahlbarer Rohstoffe und damit das Funktionieren und die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Wirtschaft zu gewährleisten.

Forschungsschwerpunkte

  • Genese hydrothermaler Erzlagerstätten
  • Herkunft und Mobilisierung von Metallen, Liganden und Fluiden
  • Stoffströme, Anreicherungsprozesse und Verteilung von geogenen Rohstoffen in und auf der Erdkruste

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