BIHK-Rohstoffreport

2012 und zuletzt 2015 haben die bayerischen Industrie- und Handels­kammern eine ausführliche Umfrage zur Rohstoffsituation der bayerischen Unternehmen durchgeführt. Bei der zweiten Auflage vermeldete der Rohstoffreport Bayern (PDF auf externem Server) leichte Entspannung, aber keine Entwarnung für die Rohstoffversorgung der bayerischen Wirtschaft.

Im Vergleich zu 2012 sind Versorgungsengpässe, mit Ausnahme der Seltenen Erden, geringer und auch die Ressourceneffizienz ist deutlich ‎gestiegen. Gaben 2012 noch acht von zehn Unter­nehmen an, unter Preiserhöhungen zu leiden, waren es 2015 nur sechs von zehn Unter­nehmen, die über Mehrkosten für Basismetalle (Eisen, Aluminium, Kupfer), Stahlveredler (Chrom, Nickel) und Edelmetalle klagten.

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Große Versorgungsengpässe (26 Prozent der Befragten) und Preis­steigerungen (69 Prozent) gab es bei heimischen ‎Rohstoffen wie Steinen und Erden (Kies, Sand, Lehme, Quarzsand). Gegen steigende Kosten und Engpässe setzte die heimische Wirtschaft auf optimierte Lagerhaltung (71 Prozent) sowie Nutzung unterschiedlicher Lieferquellen, um Ab­hängig­keiten zu vermeiden (56 Prozent). Knapp die Hälfte schloss längerfristige Verträge über ein bis mehrere Jahre ab (47 Prozent). Wichtigstes Anliegen an die Politik war daher der Abbau internationaler Hürden wie Zölle oder Exportquoten. Diese Forderung stellten knapp zwei Drittel, der im Dezember 2014 befragten 700 Unternehmen.

Die Wiederverwendung von Materialien gewinnt rapide an Bedeutung für bayerische Unternehmen. Während 2012 nur jedes fünfte, befragte Unter­nehmen Recyclingmaterialien einsetzte, war es im Dezember 2014 schon jedes Zweite. Diese Entwicklung unterstützen die Kammern mit der IHK-Recyclingbörse, einem kostenlosen Vermittlungssystem für verwertbare Abfälle und Produktionsrückstände.

Als Thema mit Hebelwirkung kristallisierte sich die Ressourceneffizienz heraus: 60 Prozent der Befragten wünschte sich eine verstärkte Zu­sammen­arbeit mit der Politik. Jeder Dritte forderte, die Entwicklung von Recycling-Technologien zu stärken. Fast jedes zweite Unternehmen (43 Prozent) gab an, sein Geschäftsmodell für mehr Ressourceneffizienz zu überdenken oder bereits angepasst zu haben.

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